Sicherer Umgang mit digitalen Medien

Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage wie selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Die Geräte dienen dabei nicht nur zur Freizeitbeschäftigung, sondern sind auch unverzichtbar in Schule, Ausbildung und Beruf.

Auf eine sinnvolle, verantwortliche, reflektierte und kompetente Mediennutzung müssen wir deshalb unsere Kinder und Jugendlichen vorbereiten. Sie erhalten hier einen Überblick über hilfreiche Informationen, Handreichungen und Unterstützungsangebote.

Hinweis: Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) hat eine medienpädagogische Beratungsstelle eingerichtet, die Informationen, Materialien und Unterstützung bei Veranstaltungen anbietet. Sie erreichen sie unter 0711-2850-777 sowie unter beratungsstelle@lmz-bw.de.

Computer und Internet

Das Internet ist von überall aus verfügbar und prägt schon früh die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Mit einfachen Anwendungen lädt Web 2.0 zum Mitmachen ein und ist ein vielseitiges Werkzeug für Kommunikation, Information und Unterhaltung. Soziale Netzwerke sind dabei oft Dreh- und Angelpunkt für das Handeln von Jugendlichen in Online-Welten.

Im Netz finden sich aber auch problematische Webseiten mit gewalthaltigen oder pornographischen Inhalten, die besonders auf Heranwachsende verstörend wirken können. Sie können sich zudem unverhofft Computerviren einfangen, ihre persönlichen Daten können unbemerkt ausgelesen werden und bei Einkäufen und Downloads müssen sie besonders achtsam sein.

Es gibt aber Institutionen, die sich um die Sicherheit im Internet kümmern und an die Sie sich im Problemfall wenden können:

  • jugendschutz.net wurde von den Jugendministern der Länder gegründet und überprüft das Internet auf Verstöße gegen den Jugendschutz. Es drängt darauf, dass Anbieter auch in diesem Medium die Bestimmungen des Jugendschutzes einhalten und Rücksicht auf Kinder und Jugendliche nehmen. Hinweise auf Verstöße nimmt jugendschutz.net über eine Beschwerdestelle entgegen. Darüber hinaus können Sie dort Broschüren zum sicheren Surfen, zu sozialen Netzwerken und zu vielen anderen Themen bestellen oder herunterladen.
  • Wie sie sich selbst vor Gefahren im Internet schützen können, bekommen Jugendliche, aber auch Pädagogen bei klicksafe, einer europäischen Initiative, umfassend erklärt. Zahlreiche Materialien für den Unterricht oder für die Elternarbeit stehen zum Download zur Verfügung.
  • Eine spezielle Seite für Kinder ist das internet-abc. Schritt für Schritt können Kinder sich hier Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit dem Internet und seinen verschiedenen Diensten erwerben. Auch Eltern und Pädagogen erhalten in einem gesonderten Bereich nützliche Informationen.
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik macht umfassende Vorschläge für den sicheren Umgang mit Computer und Internet.
  • Zu rechtlichen Aspekten der Internetnutzung bietet die Seite IRights - Urheberrecht in der digitalen Welt nützliche Hinweise.
  • Zu allen Bereichen des Jugendmedienschutzes hält mediaculture-online Informationen, Materialien und Anregungen für die pädagogische Praxis bereit. Im MCO-Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu den Themen Smartphones, Computer, Internet, Web 2.0 und Soziale Netzwerke. Die vom Landesmedienzentrum herausgegebene Broschüre "Medien - aber sicher! Ein Ratgeber für Eltern" gibt Ihnen einen Überblick über jugendliche Medienwelten und nennt praktische Tipps für die Medienerziehung in der Familie.

Handy und Smartphone

Inzwischen gibt es in Deutschland mehr Handys als Bewohner. Die aktuelle Generation, die Smartphones, sind kleine transportable Alleskönner. Nahezu jeder Jugendliche besitzt mittlerweile ein solches Multimediagerät und auch immer mehr Kinder im Grundschulalter drängen ihre Eltern zum Kauf.

Aus Sicht des Jugendmedienschutzes müssen Sie bei der Nutzung auf einiges achten. Das fängt an bei der Wahl des Vertrages und geht weiter bei der Achtsamkeit gegenüber Lockangeboten und Abofallen. Über das mobile Endgerät können problematische Inhalte eingesehen und verbreitet werden. Auch Themen wie Cybermobbing und der Schutz von Persönlichkeitsrechten sind in Bezug auf Smartphones wichtig. Der Trend zu Apps - kleinen Anwendungsprogrammen für Smartphones und Tablets - und die Kommunikation via Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Snapchat lassen viele Datenschutzfragen offen und sind daher für die dienstliche Kommunikation zwischen Schülern/ Eltern und Lehrkräften nicht erlaubt.

Digitale Spiele

Digitale Spiele gehören zu den populärsten Unterhaltungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Viele verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit digitalen Spielen und tauchen an der Spielekonsole, am Computer und online - vielfach mit Smartphone oder Tablet - in die virtuellen Welten ein. Entscheidend ist aus Elternsicht vor allem die richtige Auswahl der Spiele. Inzwischen gibt es neben den Unterhaltungsspielen auch einen Markt für sogenannte "Serious Games", die Lerninhalte auf unterhaltsame Art und Weise vermitteln. Allerdings sind es die gewalthaltigen Spiele und jene, die Suchtverhalten erzeugen können, die die Öffentlichkeit immer wieder beunruhigen. Auch die zunehmende Zahl an kostenpflichtigen Zusatzangeboten in Spielen - sogenannte In-Game-Käufe - sollte im Auge behalten werden.

  • Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet auf ihren Internetseiten ein Dossier zum Thema Computerspiele. Es erklärt die Merkmale und Besonderheiten der verschiedenen Spielgenres und geht auf pädagogische und gesellschaftliche Fragen ein.
  • spielbar.de der Bundeszentrale für politische Bildung ist ein Portal, auf dem Experten, aber auch Jugendliche selbst Computer- und Onlinespiele bewerten. Eltern und Pädagogen können dort erfahren, ob beispielsweise die Altersangabe auf einem Spiel realistisch ist.
  • Bei mediaculture-online können Sie sich beispielsweise darüber informieren, welche Auswirkungen Computerspiele auf Kinder und Jugendliche haben. Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im MCO-Blog. Wer zusätzliche praktische Tipps für die Medienerziehung in der Familie sucht, schaut auch zu diesem Thema in die vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg herausgegebene Broschüre "Medien - aber sicher! Ein Ratgeber für Eltern".
  • Das ComputerProjekt Köln e.V. bietet einen umfassenden Ratgeber rund um das Thema "Computerspiele" mit Spielbewertungen und aktuellen Informationen an.

Fernsehen

Fernsehen ist nach wie vor eine der Lieblingsbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. Sehr gerne schauen sie Realityshows, Castingshows und Vorabendserien - Sendungen also, die an die eigene Lebenswirklichkeit und an jugendliche Interessen anknüpfen. Lehrerinnen und Lehrer sollten mit den Jugendlichen in der Schule über darin transportierte Wirklichkeiten sprechen und Diskussionen anregen. Eltern sollten ihren Kindern neben dem Fernsehen auch immer genügend Raum und Zeit für alternative Freizeitaktivitäten bieten.

  • Die bundesweite Initiative "Schau hin! Was deine Kinder machen" unterhält ein umfangreiches Informationsangebot, das auch Tipps für den kindlichen und jugendlichen Umgang mit dem Fernseher enthält.
  • Die Kommission für Jugendmedienschutz - eine Einrichtung der Landesmedienanstalten - beobachtet das Fernsehprogramm und achtet auf die Einhaltung der Altersfreigabevorschriften sowie der Bestimmungen aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag.
  • Die Landesmedienanstalten bieten online und in Broschürenform eine Programmberatung für Eltern an. Hier finden Sie Hinweise zu Filmen und Fernsehangeboten, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind.
  • mediaculture-online, das medienpädagogische Portal des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ), bietet zahlreiche Texte aus Wissenschaft und Pädagogik zum Medium Fernsehen und seinen Wirkungen. In der Kategorie "Film/Fernsehen" des MCO-Blogs werden darüber hinaus aktuelle Themen (auch aus dem Bereich Filmpädagogik) besprochen. Dem Fernsehen ist auch ein Kapitel in der vom LMZ herausgegebenen Broschüre "Medien - aber sicher! Ein Ratgeber für Eltern" gewidmet.

Wie können Eltern reagieren?

  • Machen Sie sich selbst mit den technischen Geräten und Möglichkeiten vertraut.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern, erklären Sie die Chancen der digitalen Medien, erläutern Sie die Wirkungsweisen der Medien und klären Sie sie über die Gefahren und möglichen Folgen von Mediennutzung auf.
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es Nachrichten, Fotos oder Videos mit beunruhigenden Inhalten erhalten oder gesehen hat.
  • Treffen Sie mit Ihrem Kind klare Abmachungen über erlaubte und nicht erlaubte Funktionen des Handys/ Smartphones.
  • Vereinbaren Sie Regeln für die Internet- und Computernutzung, sowie für die Smartphone-Nutzung mit Ihren Kindern, die nicht nur den zeitlichen, sondern auch den inhaltlichen Aspekt des Netzes oder der Spiele betrifft.
  • Zahlreiche Informationen rund um die Elternarbeit zu Medienthemen finden Sie auf mediaculture-online. Einen Überblick über jugendliche Medienwelten gibt Ihnen die schon mehrfach erwähnte Broschüre "Medien - aber sicher! Ein Ratgeber für Eltern", die Sie beim Landesmedienzentrum anfordern können
  • Das Elternmedienmentoren-Programm des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg ist ein unterstützendes Angebot für Eltern, um die Medienerziehung in der Familie zu erleichtern.
  • Das Kindermedienland Baden-Württemberg bietet zahlreiche Broschüren, Ratgeber und Anlaufstellen speziell für Eltern.

Für Lehrkräfte, Eltern und Schüler macht das LMZ mit Hilfe der Beratungsstelle (Tel.: 0711/2850-777 oder beratungsstelle@lmz.bw.de) passgenaue Angebote. Workshops und längere Kurse für Schüler, Informationsabende und Workshops für Eltern, schulinterne Veranstaltungen für Lehrerkräfte können zu allen oben genannten und weiteren Themen (wie Datenschutz, Cybermobbing, Aufwachsen in sexualisierten Medienwelten etc.) angefragt werden.

Darüber hinaus organisieren jedes Jahr viele der etwa 60 Stadt- und Kreismedienzentren im Rahmen der Initiative Kindermedienland landkreisbezogene Medienkompetenztage, bei denen aktuelle Fragestellungen aus dem Bereich der Medienbildung aufgegriffen werden.

Keine zugeordnete Leistungen vorhanden.

Keine zugeordnete Elektronische Antragsstellung vorhanden.

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Kultusministerium hat ihn am 15.07.2015 freigegeben.