Ausschlagung der Erbschaft erklären

Wenn Sie Erbe geworden sind, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie aufgrund gesetzlicher Erbfolge, eines Testaments oder eines Erbvertrags erben.

Informieren Sie sich, welche Vermögenswerte und welche Schulden vorhanden sind.

Achtung: Beachten Sie, dass Sie mit dem Nachlass auch die Schulden des Erblassers oder der Erblasserin übernehmen. Sie haften dabei nicht nur mit dem Nachlass, sondern auch mit Ihrem eigenen Privatvermögen (Erbenhaftung).

Haben Sie sich entschlossen, die Erbschaft nicht anzunehmen, müssen Sie normalerweise  die Ausschlagung der Erbschaft erklären.

 

Regionalisierung

Ändern

Geben Sie in der Ortswahl den letzten Wohnort des Erblassers an.

Zuständige Stelle

für die Entgegennahme und Protokollierung der Ausschlagungserklärung: in Baden-Württemberg das Notariat als Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zuletzt seinen Wohnsitz hatte oder in dem Sie Ihren Wohnsitz haben

Geben Sie in der Ortswahl den letzten Wohnort des Erblassers an.

Leistungsdetails

Verfahrensablauf

Sie müssen die Erklärung entweder zur Niederschrift des zuständigen Notariats oder in öffentlich beglaubigter Form abgeben. Ein bloßer Brief an das zuständige Notariat genügt nicht.

Fristen

Sechs Wochen ab Kenntnis von der Erbschaft und dem Grund, warum Sie Erbe geworden sind, beispielsweise aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder aufgrund Testaments.

Sind Sie durch ein Testament oder einen Erbvertrag als Erbe berufen, beginnt die Frist erst, wenn das Nachlassgericht die Verfügung von Todes wegen bekannt gegeben hat.

Die Ausschlagungsfrist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser oder die Erblasserin den letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder Sie sich als Erbe oder Erbin bei Beginn der Frist im Ausland aufgehalten haben.

Kosten

Für die Entgegennahme der Ausschlagungserklärung müssen Sie eine halbe Gebühr aus dem Gegenstandswert der ausgeschlagenen Erbschaft nach Abzug der Schulden bezahlen. Die Gebühr beträgt mindestens EUR 30,00.

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Justizministerium hat dessen ausführliche Fassung am 06.05.2015 freigegeben.