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Lehrer - Zuweisung von Referendarstellen / Arbeitsplätzen

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Vorgangsnummer 5717

Thema
Schulische Bildung

06.12.2011

Die Vergabe von Referendariatsplätzen (Seminarplätze) und auch von Arbeitsplätzen für Lehrer ist vorsteinzeitlich. Die Ausbildung von Lehrkräften könnte sich ein Beispiel an der Ausbildung von Fachkräften für die freie Wirtschaft nehmen. Ich will nur ein paar Gründe nennen wieso:

- Dort werden zum einen nur Leute eingestellt, wenn sie auch gebraucht werden. Es dürfte bekannt sein, wie viele Lehrkräfte wann in Ruhestand gehen, d.h. es könnte die Anzahl von Lehramtsstudenten beschränkt werden, d.h. Vorbeugung von potentiellen Arbeitslosen nach dem Studium.

- In der freien Wirtschaft gibt es mittlerweile das BA-Studium. Dies würde auch super auf den Lehrerberuf passen, da hier viel Praxis gelehrt wird (die vielen Jung-Lehrern fehlt). Dort bewirbt man sich auf eine Stelle in einer bestimmten Firma. Die Firma entscheided, ob die Person zur Firma passt. Dasselbe gilt für den Lehrerberuf: nicht jede Person passt in ein Lehrer-Kollegium. Lehramts-Studenten könnten sich doch gleich an Schulen für die dort benötigten Fächer bewerben.

Es gibt noch so viele weitere Gründe, z.B. dass Beziehungen durch die jetztige Lehrer-Ausbildung stark strapaziert werden, dass Ungerechtigkeiten bei der Seminar-Vergabe bestehen, weil manche extra zu diesem Zweck heiraten um Bonus-Punkte zu sammeln, dass es keine einheitlichen Amts-Arzt-Kontrollen gibt, und so weiter und so weiter.

Antwort Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg am 22.12.2011

Gerne informieren wir Sie wunschgemäß über das Zulassungsverfahren für die Vorbereitungsdienste in Baden-Württemberg, insbesondere über die Kriterien bei der Verteilung an die Ausbildungsseminare.

Das Zulassungsverfahren für die verschiedenen Vorbereitungsdienste und damit auch die Verteilung der Bewerberinnen und Bewerber auf die einzelnen Seminarstandorte wird jeweils -schulartspezifisch- von einer Arbeitsgruppe der Seminare in eigener Verantwortung betreut. Bei ihrer Entscheidung berücksichtigt die zuständige Arbeitsgruppe die Ortswünsche der Bewerberinnen und Bewerber im Rahmen der vorhandenen Seminarkapazitäten. Deshalb werden die Ortswünsche bereits bei der Bewerbung abgefragt und können durch Nachweise, die die Nichtzuweisung an einen Seminarort als besondere persönliche Härte erkennen lassen, untermauert werden.

Da es stärker und weniger stark nachgefragte Ausbildungsstandorte gibt, wird die Verteilung auf die Ausbildungsseminare nach den sozialen Verhältnissen der Bewerberinnen und Bewerber vorgenommen. Ausschlaggebend sind der Familienstand, Schwerbehinderung sowie andere Gründe, die eine Zuweisung an ein bestimmtes Seminar wünschenswert machen. Grundlage für die Beurteilung ist der bewährte und zuletzt im Jahr 2003 geänderte Sozialpunktekatalog aus dem Jahr 1985, der landesweit für das Zulassungsverfahren der Vorbereitungsdienste für die Lehrämter an Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Sonderschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen angewendet wird.

Die endgültige Verteilung zwischen den stark und weniger stark nachgefragten Seminaren unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausbildungskapazität, ermöglicht die Bildung effizienter Lerngruppen an allen Standorten und gewährleistet eine vergleichbare Ausbildungssituation für alle Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter. Nach der Festlegung des Seminars findet in einem zweiten Schritt die Zuweisung an eine geeignete Ausbildungsschule statt. Diese liegt jeweils im Einzugsbereich des betreffenden Seminars.