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Unter Radioaktivität wird die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, sich spontan in andere Atomkerne umzuwandeln (radioaktiver Zerfall), verstanden. Dabei verändern sich ihre Masse, ihre Kernladung und ihre Energie.

Radioaktive Stoffe kommen in der Natur vor, beispielsweise in Form von Uran oder dem Edelgas Radon. Radon ist im Boden oder in bestimmten Gesteinen nachzuweisen. Radioaktive Stoffe werden aber auch künstlich erzeugt und in der Medizin, der Forschung oder für die Nutzung von Kernenergie zur Erzeugung von Strom eingesetzt.

Tipp: Auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz finden Sie Informationen zum Thema "Radioaktivität".

Strahlenbelastung für den Menschen

Radioaktive Strahlung wirkt an vielen Orten auf Menschen ein:

  • Piloten und Kabinenpersonal sind so stark von der Höhenstrahlung aus dem Weltall belastet, dass sie regelmäßig vom Bundesamt für Strahlenschutz überprüft werden. Als Urlauber und Gelegenheitsflieger haben Sie jedoch kein erhöhtes Strahlenrisiko zu fürchten.
  • In Höhlen oder Bergwerken, aber auch in Kellern in ehemaligen Bergbauregionen, sammelt sich Radon an, sodass an diesen Orten die Strahlenbelastung höher sein kann.
  • In der Medizin wird radioaktive Strahlung zur Behandlung beziehungsweise Diagnose eingesetzt (z.B. Röntgenuntersuchungen oder die Szintigrafie).
  • Über 20 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl ist noch immer radioaktives Cäsium in Deutschland nachweisbar. Im Süden von Bayern sind noch einige Pilzarten und Wildfleisch radioaktiv belastet.

Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt ein Radioaktivitäts-Messnetz, um die Umweltradioaktivität bundesweit kontinuierlich zu überwachen und um bei einem Unfall die Kontamination schnell erfassen zu können. Informationen dazu finden Sie in der Broschüre "Das Radioaktivitäts-Messnetz". Wenn Sie Fragen zum Strahlenschutz im Bereich der Medizin und der Industrie haben, wenden Sie sich bitte an das für Sie zuständige Regierungspräsidium. Eine Liste der Regierungspräsidien finden Sie in unserer Rubrik "Adressen, Nummern, Öffnungzeiten".

Kernenergie

Durch Kernspaltung wird Energie gewonnen. In Baden-Württemberg werden etwa 51 Prozent des Stroms mit Kernenergie erzeugt. Im Land gibt es fünf Kernkraftwerke (Obrigheim, Philippsburg 1 und 2 sowie Neckarwestheim I und II). Dem Gesetz zum Atomausstieg entsprechend wurde der Reaktor in Obrigheim 2005 vom Netz genommen.

Die Strahlenpegel an diesen Kraftwerksstandorten und in den vier Regierungsbezirken finden Sie auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz.

Die Sicherheit der Kernkraftwerke in Baden-Württemberg wird durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr überwacht. Im Kapitel "Kernenergieüberwachung" auf den Seiten des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr finden Sie dazu aktuelle Informationen. Dort steht auch der ausführliche Bericht "Kernenergieüberwachung und Strahlenschutz in Baden-Württemberg" zum Download zur Verfügung.

Das Strahlenschutzrecht finden Sie auf den Seiten der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg.

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Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat ihn am 03.08.2010 freigegeben.