- Basisinfo
- Verfahren
- Formulare & Onlinedienste
- Zuständige Stelle
Inhalt
Raufereien und kleine Auseinandersetzungen an Schulen gab und gibt es immer. Während massive körperliche Gewalt in der Regel nur von wenigen Täterinnen oder Tätern ausgeübt wird, ist psychische Gewalt, die sich unter anderem als verbale Beleidigung und Drohung, Einschüchterung, Erpressung oder Lächerlichmachen zeigt, recht stark verbreitet. Erfolgen solche Schikanen und Ausgrenzungen wiederholt und über einen längeren Zeitraum, wird von "Mobbing" gesprochen.
Was können Schülerinnen und Schüler tun, um sich dagegen zu wehren? Wo bekommen sie Unterstützung? Welche Möglichkeiten haben Lehrkräfte, sich der Gewalt an Schulen zu stellen?
Maßnahmen gegen Gewalt an Schulen
Wird eine Schülerin oder ein Schüler Opfer von Angriffen, sollte sie oder er sich zunächst an eine Vertrauensperson wenden. Dies sind beispielsweise die Klassen- oder Verbindungslehrkräfte, die Eltern, andere Verwandte, Nachbarn oder auch eine Mitschülerin beziehungsweise ein Mitschüler.
Tipp: Wenn Kinder lieber mit jemandem sprechen möchten, den sie nicht kennen, gibt es das Kindersorgentelefon mit der bundesweit kostenlosen Rufnummer 0800/111 0 333 (Mo bis Fr von 15 bis 19 Uhr).
Um Gewalt an Schulen vorzubeugen, müssen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern zusammenarbeiten. Einzelne Maßnahmen können sein:
- Einrichtung von Runden Tischen zu Fragen der Gewaltprävention
- regelmäßige Gespräche zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, um möglichst Konflikte zu besprechen, bevor sie entstehen (z.B. Klassenrat)
- Einbindung von Maßnahmen und Projekten zum sozialen Lernen ins Schulcurriculum
- Mediation/Streitschlichtung in der Schule (Schülerinnen und Schüler helfen Schülerinnen und Schülern)
- gemeinsame Gestaltung der Klassenräume
- Ausweitung des schulischen Freizeitprogramms (z.B. Arbeitsgemeinschaften, Sport, Chor, Theater, Selbstbehauptungskurse) – auch mithilfe außerschulischer Kooperationspartner
- Behebung von Vandalismusschäden durch die Schülerinnen und Schüler selbst
- Gesprächs- und Beratungsangebot durch Verbindungs- und Beratungslehrkräfte, Fachkräfte der Jugendsozialarbeit an Schulen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Jugendsachbearbeiterinnen und Jugendsachbearbeiter der Polizei
Und was kannst Du als Schülerin oder Schüler tun, um Dich gegen Erpressungen, Prügel, Drohungen oder Ähnliches in der Schule zu wehren?
- Lass es Dir nicht gefallen, wenn Du belästigt wirst.
- Antworte aber nicht mit Gewalt, sondern versuche, mit der anderen Schülerin beziehungsweise dem anderen Schüler zu sprechen.
- Setze ein eindeutiges "Stoppsignal" ("Stopp! Hör sofort auf, mich zu schubsen!").
- Nimm das Angebot der "Streitschlichterinnen" und "Streitschlichter" wahr.
- Grenze selbst keine Mitschülerinnen und Mitschüler aus und hilf denen, die ausgegrenzt werden.
- Suche Mitschülerinnen und Mitschüler, die auch so denken und tu Dich mit ihnen zusammen.
- Wende Dich an eine Vertrauensperson (z.B. Lehrkräfte, Deine Eltern oder andere Verwandte).
Falls Du selbst jemanden bedroht, verprügelt, Gewalt angetan oder einfach Mist gebaut hast: Vertrau Dich jemandem an und lass Dir helfen. Wenn Du lieber anonym mit jemandem sprechen möchtest, findest Du auf den Seiten von "time4teen" verschiedene Beratungsangebote und Telefonnummern.
Auf den Seiten des VISIONARY-Portals finden Sie ausführliche Informationen zum Thema "Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule", die sich an Lehrkräfte, Eltern, Expertinnen und Experten sowie Schülerinnen und Schüler richten.
Im Kultusministerium bietet das "Kontaktbüro Prävention" Schulen Informationen und Beratung an.
Regional stehen den Schulen Präventionsbeauftragte zur Verfügung. Der Kontakt zu ihnen kann über das zuständige Regierungspräsidium (Referat 77) oder das Kontaktbüro Prävention hergestellt werden.
Der Reader "Aktiv gegen Gewalt" gibt pädagogische, psychologische und rechtliche Hinweise, die zur Sicherheit im Umgang mit Gewalterscheinungen beitragen. Unterschiedliche Modelle zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Gewalt- und Suchtprävention werden im Reader "Roter Faden Prävention" dargestellt.
Tipp: Für Schulen, die Gewaltprävention in ein umfassendes Gesamtkonzept einbetten möchten, bietet sich der Einstieg in das landesweite Präventionskonzept stark.stärker.WIR. an. Die Einführung von stark.stärker.WIR. wird von Präventionsbeauftragten beratend unterstützt. Nähere Informationen können Sie unter "Kontaktbüro Prävention" nachlesen.